Die CDU Korschenbroich hat sich für Marc Venten entschieden. Er soll im Herbst die Nachfolge von Bürgermeister Heinz Josef Dick antreten. Marc Venten sagt, was ihm wichtig ist, wie er sich den Wahlkampf vorstellt und wie er bei einer Wahl zum Bürgermeister die Herausforderung meistern wird. Ein Interview von Ruth Wiedner

Marc Venten CDU

Marc Venten, CDU-Korschenbroich

Herr Venten, es gab fünf Bewerber, im zweiten Wahlgang wurden Sie von Ihrer Partei zum BM-Kandidaten gekürt. Das ist eine Woche her. Haben Sie das Ergebnis bereits realisiert?

Marc Venten Im ersten Moment wirkt alles natürlich etwas unwirklich, da ja auch plötzlich sehr viel Anspannung von einem abfällt. Aber spätestens, seitdem am Samstag nach der Wahl das Telefon bei mir nicht mehr still gestanden hat, bin ich in der Realität angekommen.

Was ist das für ein Gefühl?

Venten Zunächst einmal Dankbarkeit. Dankbarkeit für das große Vertrauen, das mir die Mitglieder in der Wahlversammlung ausgesprochen haben. Dankbarkeit aber auch für den großen Zuspruch, den ich seit der Wahl erhalten habe. Und natürlich stehe ich jetzt sehr viel mehr im Fokus der Öffentlichkeit als vorher, daran muss ich mich erst einmal gewöhnen.

Wie bereiten Sie sich jetzt als Bürgermeister-Kandidat auf den Wahlkampf vor?

Venten Ich werde jetzt zunächst ein Wahlkampfteam zusammenstellen, mit dem ich die Strategie erarbeiten werde. Auch wenn es diesmal – einmalig – eine reine Personenwahl sein wird, braucht man eine starke Mannschaft, die hinter einem steht. Da ich bereits jetzt schon einen großen Rückhalt der CDU in allen Ortsteilen erfahre, weiß ich, dass ich hierauf bauen kann.

Wann wollen Sie durchstarten und wie sind Ihre Pläne?

Venten Im Grunde hat der Wahlkampf ja schon unmittelbar nach der Nominierung begonnen. Jetzt kommt es darauf an, Präsenz zu zeigen und möglichst viele Veranstaltungen zu besuchen. Wichtig ist für mich das Gespräch mit den Bürgern. Unsere Stadt hat eine Größe und Struktur, in der man viele Menschen persönlich erreichen kann. Dafür werde ich in den nächsten Monaten unterwegs sein.

Warum soll der Korschenbroicher Bürger Sie am 13. September wählen?

Venten Korschenbroich liegt mir am Herzen. Das hier ist meine Heimat, die ich gestalten möchte. Unserer Stadt würde ein frischer Wind einfach gut tun. Ich bin jung genug, um neue Ziele und Ideen langfristig voranzubringen. Gleichzeitig habe ich die notwendige politische Erfahrung, um dies auch umsetzen zu können.

Was spricht außerdem noch für Sie?

Venten Wir haben als CDU zusammen mit unserem Bürgermeister Heinz Josef Dick unsere Stadt sehr erfolgreich weiterentwickelt. Trotz der angespannten finanziellen Lage, in der fast alle Kommunen stecken, gibt es bei uns keinen Stillstand. Wer mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, sieht dies an allen Ecken. Hierfür die richtigen Weichen zu stellen, war harte Arbeit, die sich aber gelohnt hat. Das möchte ich an zentraler Stelle gerne fortsetzen.

Was würden Sie als Bürgermeister von Korschenbroich verändern wollen?

Venten Wir müssen vielleicht mehr als in der Vergangenheit bereit sein, auch mal unerprobte Dinge anzugehen und dabei über den eigenen Tellerrand zu schauen. Es heißt nicht umsonst: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“

Was muss unbedingt passieren?

Venten Die Bevölkerung in unserer Stadt hat den höchsten Altersdurchschnitt im Rhein-Kreis Neuss. Die Förderung von jungen Familien mit Kindern ist mir daher ein besonderes Anliegen. Der Staat tut hier nach wie vor viel zu wenig. Zumindest wir müssen daher die Voraussetzungen dafür noch weiter verbessern, dass diese Zielgruppe bei uns eine Heimat findet und sich wohl fühlt. Gleichzeitig dürfen wir natürlich die Belange unserer älteren Bürger nicht vernachlässigen.

Was würden Sie beibehalten?

Venten Korschenbroich und seine Stadtteile sind geprägt von einer intensiven dörflichen Identität. Das ist auch das Rezept für eine funktionierende Gemeinschaft, in der viele bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Um diese Struktur werden wir zu Recht beneidet. Wir müssen dafür sorgen, dass das in Korschenbroich auch so bleibt.

Als Bürgermeister sind Sie auch Chef der Verwaltung, Chef von gut 380 Mitarbeitern. Wie wollen Sie diese Herausforderung ohne Personalführungserfahrung erfolgreich meistern?

Venten Ich war zwar bislang noch nicht Chef von einer solchen Zahl an Mitarbeitern, aber ganz ohne Erfahrung auf diesem Gebiet bin ich nun wiederum auch nicht. Auch in meinem jetzigen Beruf spielt die Führung und Organisation von Personal natürlich eine Rolle. Für mich ist wichtig, Mitarbeitern mit Respekt zu begegnen, um sie auf diesem Wege auch anzuspornen.

Sie sind begeisterter Musiker, Trommler im Tambourkorps „Nordstern“ Herrenshoff. Werden Sie dafür in Zukunft noch ausreichend Zeit haben?

Venten Seit 30 Jahren ist das nun schon mein Hobby. Auch wenn ich hierfür als Bürgermeister natürlich weniger Zeit haben werde, bleibe ich der Musik treu. Das sorgt nicht zuletzt dafür, dass man geerdet bleibt.

RUTH WIEDNER STELLTE DIE FRAGEN.